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Hostinné / Arnau
 Hostinné, am Oberlauf der Elbe gelegen, wurde erstmals 1270 urkundlich erwähnt und ist wahrscheinlich die älteste Stadt im Riesengebirge. Sie wurde von diversen Geschlechtern beherrscht. Ihre größte Blüte erreichte sie unter der Regierung des Geschlechtes Waldstein (Wallenstein). Nach einem Brand im Jahre 1610 führte der bedeutende italienische Baumeister Carlo Valmadi im Auftrag von Johann Christoph von Waldstein den Umbau aller wichtigen Gebäude der Stadt durch. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde von der Textil- und Papierindustrie geprägt. Die erste Maschinenpapierfabrik wurde 1835 durch die Brüder Gustav und Vilem Kiesling gegründet, später war z.B. die Papierfabrik von Julius Eichmann ein Begriff. Über dem Eingang zum Rathaus befinden sich zwei 6 m große Steinfiguren in römischer Rüstung, die man die Riesen von Arnau nennt. Es gibt mehrere Versionen, wen diese darstellen. Die beiden wichtigsten sollen hier erwähnt werden: Zum einen waren es zwei Riesen, die einst die Gegend verwüsteten und auch die Stadt Arnau nicht verschonten. Die Bürger ersannen eine List und überschütteten die Riesen, als diese wieder einmal die Stadt angreifen wollten, vom Turm über dem Stadttor mit heißem Mehlbrei. Die geblendeten und verbrannten Riesen konnten nun mühelos besiegt werden. Eine andere Version besagt, es handelt sich um zwei Recken der Stadt, einen Bäcker und einen Fleischer, die mit Kraft und Mut die Räuberbanden, die die Stadt einst tyrannisierten, vertrieben haben. Jánské Lázně / Johannisbad
 Im Riesengebirge gibt es einen einzigen Kurort, Jánské Lázne am Černá hora / Schwarzen Berg. Im Jahre 1006 wurden hier warme, heilende Quellen entdeckt. Der Kurbetrieb begann 1675. Einen großen Aufschwung erführ Jánské Lázne 1935, nachdem festgestellt wurde, dass das Wasser die gleiche Heilwirkung bei der Behandlung des Bewegungsapparates hat, wie das des zu diesen Zeit weltberühmten Kurortes Warm Springs in Georgia / USA. Hier entstand das erste Kindersanatorium Europas für die Behandlung von Kinderlähmung. Heute werden mit großem Erfolg verschiedene Muskel- und Nervenkrankheiten behandelt. Ebenso Zustände nach Unfällen und Operationen des Bewegungsapparates. Die 1981 eröffnete Kinderheilstätte Vesna ist auf Behandlungen von Erkrankungen des Bewegungsapparates und neurologischer, onkologischer sowie nicht tuberkulöser Erkrankungen der Atmungsorgane spezialisiert. Sehenswert in Jánské Lázne sind die Kurkolonnade im Stil der Neurenaissance mit Jugendstilelementen von 1893, die pseudogotische Kirche St. Jan Křtitel von 1885 und eine berühmte Rübezahlstatue. Pec pod Sněžkou / Petzer Pec pod Sněžkou liegt am Fluss Úpa / Aupa im östlichen Riesengebirge. Das 16. – 19. Jahrhundert war die goldene Ära des Bergbaus und Hüttenwesens. Seinen Namen verdankt der Ort den zum Schmelzen der Kupfer-, Arsen- und sonstiger Erze dienenden Öfen. Heute ist der sich Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelnde Fremdenverkehr die Haupteinnahmequelle. Hierzu trug maßgeblich die von 1948 – 1950 gebaute Seilbahn auf die Sněžka / Schneekoppe, mit 1602 m ü. M. höchster Berg Tschechiens, bei. 1960 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Pec pod Sněžkou und Velká Úpa / Groß Aupa, einer einstigen Holzfällersiedlung, deren typischer Charakter an vielen Stellen erhalten geblieben ist. Bild: Wikipedia.cz (Petzer gegen 1900) Harrachov / Harrachsdorf Im westlichen Riesengebirge, direkt an der polnischen Grenze, liegt das Mitte des 17. Jahrhunderts gegründete Harrachov. Ursprünglich hieß der Ort Dörfl; zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde er nach den Besitzern, der Adelsfamilie Harrach, in Harrachov (ursprünglich Harrachsdorf) umbenannt. Es wurde in ganz Europa berühmt durch seine Glashütten; von denen eine nach wie vor in Betrieb ist. Von Bedeutung waren auch die Textilindustrie sowie der Bergbau. Die Förderung von Fluorit, Baryt und Galenit wurde bis 1992 betrieben. Heute ist Harrachov ein bedeutendes Sport- und Erholungszentrum sowie Schauplatz internationaler Wettkämpfe in den klassischen Skidisziplinen, insbesondere des Skispringens. Die erste Sprungschanze wurde bereits 1920 gebaut. Einige der 8 Sprungschanzen haben Kunstbahnen, so dass das ganze Jahr über trainiert werden kann. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass Graf Jan Nepomuk Harrach 1892 in Norwegen die ersten Skier des Riesengebirges für sein Forstpersonal bestellte. Harrachov liegt am Gebirgsfluss Mumlava / Mummel. Entlang der wild fließenden Mumlava zum ca. 10 m hohen Wasserfall zu spazieren ist ein eindrucksvolles Erlebnis. Trutnov / Trautenau Trutnov, am Fluss Úpa / Aupa gelegen, hat ca. 33.000 Einwohner. Ursprünglich eine slawische Ansiedlung namens Úpa – erste schriftliche Erwähnung im Jahre 1260 – wurde sie nach der Besiedlung durch deutsche Kolonisten Endes des 13. Jahrhunderts umbenannt. Trutnov hat einen historischen Stadtkern, es sind auch Reste der mittelalterlichen Stadtmauer vorhanden. Wahrzeichen der Stadt ist der Rübezahlbrunnen auf dem Marktplatz. Zunächst wurde Landwirtschaft betrieben. Später entwickelten sich mehrere Industriebetriebe (Textil, Holz, Elektrotechnik, Maschinenbau), die auch heute noch bestehen. Die Tschechen sind die Weltmeister im Bierkonsum. In Böhmen gibt es zahlreiche Brauereien. Die Brauerei der bekannte Biersorte Krakonos (Rübezahl), befindet sich im Stadtzentrum von Trutnov. Eine der blutigsten Schlachten des preußisch-österreichischen Krieges - und die zweitgrößte des 19. Jahrhunderts überhaupt - ereignete sich am 27.6.1866 bei Trutnov. Es waren an die 60.000 Infanteristen, 4.000 Kavalleristen und 25 Artilleriebatterien beteiligt, es gab mehr als 6000 Gefallene, Verletzte und Gefangene. Diese Schlacht war die einzige dieses Krieges, in der die österreichische Armee das preußische Heer besiegten konnte. Das Museum des Gebirgsvorlandes zeigt eine Darstellung der Schlacht und ein Lehrpfad mit zwölf Informationstafeln verbindet die interessantesten Sehenswürdigkeiten im Zentrum des Schlachtfeldes. Špindlerův Mlýn / Spindlermühle Špindlerův Mlýn, mitten im Riesengebirge gelegen, besteht aus mehreren ehemaligen Siedlungen wie Přední Labská (Ochsengraben), Labská (Krausebauden), Bedřichov (Friedrichsthal) und Svatý Petr (St. Peter). In St. Peter wurden Silber und Kupfer gefördert. 1746 wurde in Friedrichsthal eine Glashütte errichtet. Spindlermühle selbst entstand im späten 18. Jahrhundert und wurde von aus Schlesien eingewanderten Waldarbeitern gegründet. Heute hat Špindlerův Mlýn ca. 1.500 Einwohner. Sein Wahrzeichen ist die 1911 erbaute Weiße Brücke, die die Elbe überspannt. Durch den Bau der Zufahrtsstraße von Vrchlabí durch das Elbetal 1871 wurde Špindlerův Mlýn ganzjährig zum Touristenzentrum. Kurios ist, wie der Ort zu seinem Namen kam: Am Zusammenfluss der Elbe und des St. Petersbaches hat der Holzhändlers Hollmann einst ein Waldstück gerodet, auf dem 5 Hütten errichtet wurden sowie eine Mühle, die von der Familie Spindler bewirtschaftet wurde. Es entstand der Wunsch, eine Kirche zu bauen. Hierzu musste die Erlaubnis des Kaisers eingeholt werden. Das Bittgesuch wurde In der Mühle der Spindlers verfasst. Am 13. Juli 1793, nach 9 Jahren und 2 abgelehnten Bittgesuchen, bewilligte der Kaiser den Bau des Gotteshauses sowie der Pfarrsprengelgründung. In allen drei Bitten war als Absender die Mühle der Spindlers bzw. die Abkürzung Spindel angegeben. Der Erlass des Kaisers wurde daher auf den Ortsnamen Spindelrmühle ausgestellt. Dies führte zu fehlerhaften Übersetzungen ins Tschechische. Erst durch einen Ministererlass vom 23. 6. 1923 erhielt der Ort den Namen Špindlerův Mlýn – Spindlermühle. Vrchlabí / Hohenelbe Vrchlabí, das „Tor ins Riesengebirge“ (lat. Albipolis), ist nach Špindlerův Mlýn die zweite Stadt am Flusslauf der Elbe. Wahrzeichen ist das 1545/1546 durch Kryštof von Gendorf errichtete Schloss. Erstmals 1359 in historischen Dokumenten erwähnt - damals unter dem ursprünglichen Namen Wrchlab - erhielt Vrchlabí 1533 unter Kryštof von Gendorf Stadtrechte, nachdem dieser hier das größte und modernste Eisenhüttenwerk Böhmens hatte errichten lassen. Unter der Herrschaft Albrecht von Wallensteins wurden Waffen für den Dreißigjährigen Krieg hergestellt. Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelten sich Bergbau, Glashütten und Holzgewinnung. Seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts nahm die Verarbeitung von Flachs an Bedeutung zu. Im 18. Jahrhundert lösten dann Spinnereien und Webereien die Tradition des Bergbaus ab. Es folgten weitere Industriezweige, die Vrchlabí in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem den größten Industriezentren der Österreichisch-Ungarischen Monarchie werden ließ. Nach dem Ende der kommunistischen Regierung begann der Aufschwung Vrchlabís zum Zentrum des Reiseverkehrs im mittleren Teil des Riesengebirges. Bildergalerie mit überwiegend historischen Ansichtskarten von Vrchlabí finden Sie über www.vrchlabi.org hier. Benecko Die Gemeinde Benecko wird erstmals 1628 erwähnt. Sie liegt 1000 m ü. M. und ist eine der höchstgelegenen Gemeinden im Riesengebirge. Es wurde Landwirtschaft, insbesondere Flachsanbau, Leinenspinnerei und Hausweberei betrieben sowie Eisenerz gefördert. Den historischen Kern von Benecko bildete die Burg Štěpanice aus dem 13. Jahrhundert. Von der Burg existiert nur noch eine Ruine, aber der untere Ortsteil von Benecko trägt ihren Namen. Der 1892 erbaute Steinwachtturm Žalý (1015 m ü. M.) soll den angeblich schönsten Rundblick im Riesengebirge bieten. Heute ist Benecko ein Wintersportzentrum. Neben Abfahrtspisten gibt es auch ein Areal mit Loipen für Skilanglauf. Mehr Bilder von den Riesengebirgsgemeinden finden Sie in Bildergalerie unter "Städte & Orte". Wie heisst eine Riesengebirgsgemeinde auf tschechisch? Hat eine Riesengebirgsgemeinde auch einen deutschen Namen? Ausführliche Liste von deutschen und tschechischen Namen der Riesengebirgsgemeinden finden Sie hier: | Adamsthal | Adamov | | Ahlkirschen | Bílá Třemešná | | Altenbuch | Staré Buky | | Altenbuch-Döbernei | Starobucké Debrné | | Alt-Rognitz | Starý Rokytník | | Alt-Sedlowitz | Starý Sedloňov | | Anseith | Souvrať | | Arnau | Hostinné | | Arnsdorf | Arnultovice | | Batnowitz | Batňovice | | Bausnitz | Bohuslavice | | Berggraben | Vrchová | | Bernsdorf | Bernartice | | Bielaun | Běluň (Brzice) | | Bober | Bobr | | Bokausch | Bokouš (Velká Bukovina) | | Bösig | Bezděkov | | Brenden | Paseky (Radvanice) | | Brettgrund | Prkenný Důl | | Bukowina | Bukovina (Huntířov) | | Burghöfel | Dvořáčky | | Burkersdorf | Střítěž | | Časlawek | Čáslavky | | Daubrawitz | Doubravice | | Deutsch-Prausnitz | Něm. Brusnice (nyní Hajnice) | | Döberle | Debrné | | Dörrengrund | Suchý Důl | | Dreiborn | Studnice | | Dubenetz | Dubenec | | Dunkelthal | Temný Důl | | Ebenfeld | Rovinky | | Eipel | Úpice | | Ferdinandshof | Ferdinandov | | Fiedlersdorf | Filířovice | | Forst | Fořt | | Freiheit | Svoboda nad Úpou | | Fridrichsthal | Bedřichov | | Fuchsberg | Liščí Kopec | | Gabersdorf | Libeč | | Georgengrund | Jirský Důl (Staré Buky) | | Glasendorf | Sklenářovice | | Goldenöls | Zlatá Olešnice | | Gradlitz | Choustníkovo Hradiště | | Groß Borovnitz | Borovnice | | Groß-Aupa | Velká Úpa | | Groß-Bok | Velká Bukovina | | Groß-Bürglitz | Velký Vřešťov | | Groß-Schwadowitz | Velké Svatoňovice | | Güntersdorf | Huntířov | | Gutsmuts | Dobrá Mysl (Horní Olešnice) | | Guttenbrunn | Janská Studánka (Záboří) | | Haatz | Harcov (Chvalkovice) | | Hackelsdorf | Herlíkovice | | Haindorf | Hajnice | | Harta | Podhůří | | Hartmannsdorf | Hertvíkovice | | Hasentanz | Zaječí (Chvalkovice) | | Hawelgraben | Havlov (Chvalkovice) | | Hawlowitz | Havlovice | | Hegerbusch | Hájemství | | Hennersdorf | Dolní Branná | | Hermanitz | Heřmanice | | Hermanseifen | Rudník (dříve Heřmanovy Sejfy) | | Hertin | Rtyně v Podkrkonoší | | Hinter-Mastig | Zadní Mostek | | Hohenbruck | Bojiště (dříve Humburky) | | Hohenelbe | Vrchlabí | | Horschenitz | Hořenice | | Hottendorf | Hodkovice | | Chwalkowitz | Chvalkovice | | Jibka | Jívka | | Johannesgunst | Janovice (Rudník) | | Johannisbad | Janské Lázně | | Johnsdorf | Janovice | | Josefshöhe | Josefská Výšina (Souvrať) | | Jungbuch | Mladé Buky | | Kaile | Kyje | | Kaltenhof | Oblanov | | Karlseck | Karlovka (Chotěvice) | | Kaschow | Kašov | | Kasparberg | Kašparova Hora (Vlčkovice) | | Katharinadörfel | Ves Svaté Kateřiny (Chotěvice) | | Ketzelsdorf | Kocléřov | | Kladern | Kladruby (Kohoutov) | | Klein-Borowitz | Borovnička | | Klein-Bukowina | Malá Bukovina | | Klein-Bürglitz | Malý Vřešťov | | Klein-Chotiebor | Chotěborky | | Klein-Schwadowitz | Malé 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